Schloss Finsterwalde

Schloss Finsterwalde

Gesamtsanierung in mehreren Bauabschnitten

Bauherr: Stadtverwaltung Finsterwalde

Projektzeitraum: 2005-2016

Baukosten: 9,5 Mio.

Status: Einzeldenkmal

Geschichte

Der Ursprung des Schlosses Finsterwalde geht auf eine mittelalterliche Burganlage zurück. Vom 15. bis ins 17. Jahrhundert erfolgten unzählige Erweiterungs- und Umbauten der Schlossanlage. Insbesondere das Hinterschloss ist stark durch das renaissancezeitliche Erscheinungsbild geprägt. Die einzelnen Bauteile des Vorderschlosses stammen aus unterschiedlichen Epochen vom Ende des 16. Jahrhunderts bis zum frühen 20. Jahrhundert.

1830 wurde das Vorderschloss zu einer Tuchfabrik umfunktioniert, während das Hinterschloss als Wohnhaus für die Fabrikantenfamilie diente. Im späten 19. Jahrhundert zog dann die Stadtverwaltung Finsterwalde in die Anlage. Seit 2005 wurde der Gebäudekomplex bei laufendem Betrieb saniert.

Projektbeschreibung

Nach einer umfassenden Bestandsauf­nahme der gesamten Schlossanlage begannen im Jahr 2005 bei laufendem Betrieb die ersten der zehn geplanten Bauabschnitte. Ziel der Gesamtsanierung war die Schaffung eines zukunftsorientierten Verwaltungsstandortes für die Stadt Finsterwalde. Dabei galt es, die hohen denkmalpflegerischen Vorgaben mit den modernen Anforderungen an ein öffentliches Gebäude zu vereinen. Bei der Sanierung wurde ein Maximum an historischer Bausubstanz erhalten. Nutzungsbedingte bauliche Eingriffe und Umbauten wurden in moderner zeitgemäßer Gestaltung ausgeführt.

Die Fassaden wurden gemäß der restauratorischen Befundlage behutsam restauriert und neu gestaltet. Die Dach- und Deckentragwerke wurden substanzschonend repariert. So konnten Schädigungen an den aufwendig gestalteten Untersichten der Holzbalkendecken vermieden werden. Die historischen Biberschwanzziegel mit Rautenspitze bzw. Segmentschnitt wurden nachgebrannt und für die Neueindeckung verwendet.

Im Jahr 2007 wurde mit der abschnittsweisen Sanierung und den Umbauarbeiten in den Innenräumen des Schlosses begonnen. Wesentliche Ziele der Umbauten waren die Umsetzung der brandschutztechnischen Anforderungen sowie die Herstellung der barrierefreien Erschließung der Schlossanlage.

Im Ostflügel des Hinterschlosses wurde eine neue vertikale Erschließung mit Treppenhaus und Fahrstuhl eingebaut und in diesem Zusammenhang die zugesetzten Arkaden zum Innenhof wieder geöffnet. Im Vorderschloss wurde im Zuge der Umbaumaßnahmen der alten Feuerwehr zum Bürgerbüro eine zweite vertikale Erschließung mit Aufzug im ehemaligen Schlauchturm untergebracht.

Die ehemalige Remise wurde saniert und zu einem Sitzungs- und Mehrzweckraum umgebaut. Sämtliche Einbauten sowie Zwischenwände wurden entfernt und der so entstandene großzügige Raum bis in den First offen belassen. Während der Innenraumsanierung konnten einige eindrucksvolle Fassungsbefunde restauratorisch überarbeitet und für den Besucher sichtbar gemacht werden.

Im Zuge der Gesamtsanierung des Schlosses wird der Innenhof des Vorderschlosses neu gestaltet.

Planungsaufgabe
  • Generalplanung
  • Brandschutzkonzept
  • Holzschutzgutachten
  • Außenanlagen
Bauaufgabe
  • Denkmalgerechte Hüllensanierung
  • Fundamentunterfangung mit Soilcrete-Verfahren
  • Instandsetzung bestehender Fenster und Türen
  • Neubau von Fenstern und Türen nach historischem Vorbild
  • Reparatur des Dach- und Deckentragwerks
  • Neueindeckung aller Dachflächen
  • Dämmung der obersten Geschossdecken
  • Schwammsanierung mit substanzschonenden Sonderverfahren der Wärmebehandlung
  • Innensanierung mit Umnutzungen
  • Modernisierung von Büroräumen
  • Umbau einer Feuerwehrhalle in ein Bürgerbüro
  • Sanierung und Modernisierung des Stadtverordnetensaals
  • Optimierung der Erschließung des öffentlichen Gebäudes durch Integrierung eines neuen Treppenhauses und den Einbau von Aufzugsanlagen
  • Sicherung / Restaurierung historischer Befunde an Wänden und Decken
  • Umsetzung von Brandschutzanforderungen
  • bauliche Umsetzung der Brand-und Rauchabschnitte
  • Einbau Brandmeldeanlage
  • komplette Erneuerung der Haustechnik
  • Neugestaltung der Innenhöfe
  • Neubau der Schlossbrücke

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